27.09.2018, 1.45 Uhr

Alle sechs Monate das gleiche Chaos: Die Zeitumstellung. In Unternehmen wie der Bahn entstehen durch die Zeitumstellung erhebliche Kosten. Auch der Bürger will die Abschaffung der Zeitumstellungen.

Im März 2018 legten die Fraktionen aus FDP, LINKE und AFD einen Antrag im Bundestag für die Abschaffung der Zeitumstellung vor. In nicht einmal 60 Sekunden wurde der Antrag von CDU/CSU und SPD ohne Diskussion abgelehnt. Die GRUENEN enthielten sich. Seltsam nur, dass gerade die Unionsfraktion noch im Januar 2017 eine Pressemitteilung "Zeitumstellung abschaffen" herausgab und die Europäische Kommission aufforderte, die Sommerzeit-Richtlinie 2000/84/EG zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Damals war auch Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) für eine Abschaffung: "Aus meiner Sicht ist der Aufwand deutlich größer als der Nutzen."

In einer europaweiten Online-Umfrage zur Abschaffung der Zeitumstellung im Sommer 2018 nahmen von rund 500 Millionen Europäer 4,6 Millionen EU-Bürger teil, mehr als drei Millionen davon aus Deutschland. Mehr als 80% stimmten für die Abschaffung der Zeitumstellungen und für eine dauerhafte Sommerzeit.

Zeitweilig war das Interesse an der Online-Umfrage so groß, dass die Server wegen zu vieler Zugriffe zusammenbrach. Wenn es statt der Umfrage ein Referendum (Volksentscheid) gegeben hätte, wäre die Teilnahme sicherlich erfolgreicher gewesen. Doch bisher gab es in der EU noch keinen Volksentscheid.

Noch während der Umfrage warnte ein Sprecher der EU-Kommission, der Umfrage zu viel Bedeutung beizulassen. Es sei lediglich eine Umfrage und kein Referendum. Die Umfrage sei nur ein Teil des Bewertungsprozesses der Sommerzeitreglung, betonte EU-Sprecher Enrico Brivio. Die Umfrage sei weder bindend noch repräsentativ.

Die Zeitumstellung in der heutigen Form wurde in Deutschland 1980 eingeführt. Es sollte Zeit und Energie sparen. Die erhofften Einsparungen kamen aber nicht. Seit 1996 gibt es die Zeitumstellung in allen EU-Ländern. Jeweils am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren umgestellt.

Viele Bürger haben Probleme mit der Zeitumstellung: Von Schlafstörungen bis Appetitlosigkeit. In einer Umfrage der Krankenkasse DAK sprachen sich im März 2018 rund 73 Prozent der Befragten für eine → Abschaffung der Zeitumstellung aus.

Sollte die EU-weite Zeitumstellung abgeschafft werden, könnte jedes Land für sich entscheiden, ob es die dauerhafte Sommer- oder Winterzeit (Normalzeit) einführt.

Nach der EU-Umfrage versprach EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Ende August 2018 für eine dauerhafte Sommerzeit einzusetzen: "Die Menschen wollen das, wir machen das".

Für Deutschland sprach die alternde Diktatorin Angela Merkel für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus.

Am 5. September 2018 polterte die BILD Zeitung: Juncker tritt Merkel — Grünes Licht für Ende der Zeitumstellung.

Wenn die EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorlegt, müssen dann das EU-Parlament und auch die EU-Staaten zustimmen. Länder wie Litauen, Estland, Finnland und Lettland sprachen sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus.

Bereits heute gibt es innerhalb der Europäischen Union (EU) vier unterschiedliche Zeitzonen. Selbst innerhalb von EU-Ländern gibt es unterschiedliche Zeitzonen wie z.B. Portugal und weit vorgelagerte Inseln. Auch Litauen, Rumänien, Griechenland oder Finnland haben eine andere Zeitrechnung als die meisten EU-Staaten.

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—mu—