Stand 09.11..2018, 04.22 Uhr

Warum lügt die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) über vegane Ernährung? Liegt es an Mitgliedern wie Milchproduzenten und Fleischproduzenten? Behauptungen widersprechen weltweiten Forschungsergebnissen.

Die Lobbyarbeit der Milch- und Fleischindustrie in der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) geht soweit, dass positive Studien zur veganen Ernährung ignoriert werden und veraltete — jahrzehnte alte und vielfach widerlegte — Studien die krebsfördernden Fleischverzehr befürwortet hervorgekramt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)

Wer ist dieser fragwürdige Verein, der zu etwa 70 Prozent von Bund und Ländern mit Steuermitteln finanziert wird? Ein Blick hinter die Kulissen.

Der Verein ist als gemeinnützig eingetragen, also steuerbefreit. Der Verein hat etwa 4.000 Mitglieder, von denen drei Prozent Wirtschaftsverbände und Firmen sind.

Ohne auf die Vorläuferorganisation aus der Zeit des Nationalsozialismus einzugehen, definierte der neue Verein mit neuem Namen als Ziel, die "Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Bevölkerung durch Anleitung zu richtiger und vollwertiger Ernägrung zu erhalten und zu steigern."

Seit 1990 vergibt der Verein den "Journalisten-Preis" an DGE-loyale Journalisten der Publikumsmedien in den Bereichen "Tages- und Wochenzeitungen", "Publikumszeitschriften", "Hörfunk", "Fernsehen" und "Internet" für besonderes Engagement in der Ernährungsaufklärung.

Bis heute propagiert die DGE → Milch und Milchprodukte sowie Fleisch, Wurst, Fisch und → Eier.

Kritik an der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) sind selten. Nur wenige Journalisten machen sich die Mühe selbst zu recherchieren und die zweifelhaften Behauptungen der DGE zu überprüfen.

Zu den Kritikern gehören unter anderem die Ökotrophologen Ulrike Gonder und Nicolai Worm, die der DGE Kompetenz und Glaubwürdigkeit absprechen. Wegen teilweise fragwürdiger und nicht ausreichend belegter Empfehlungen für oder gegen bestimmte Ernährungsweisen und Nahrungsmtitel. Nicht zuletzt der Vorwurf der Steuergeldverschwendungen.

Erst 2016 ging die DGE auf ihre Vorgängerorganisation ein: "Die DGE verurteilt, dass sich ihre Vorgängerin, die DGEF, vom Nationalsozialismus instrumentalisieren ließ und als willfähriger Helfer in der Umsetzung einer verbrecherischen Ideologie agierte." Vergleich mit der heutigen Ideologie des DGE machte der Verein nicht. Nur heute ist die Milch- und Fleisch Lobby, die den Takt angeben.

Die DGE bekämpft vegane Ernährung

Die Behauptungen der DGE in Bezug auf vegane Ernährung widersprechen den internationalen Forschungsergebnissen. Immer wieder werden veraltene Studien hervorgekramt. Die Lobby der Milch- und Fleischindustrie innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist groß.

Am 11. Mai 2011 gab die DGE eine Pressemitteilung heraus, in der wird behauptet: "Da sich mit dem Verzicht auf jegliche tierische Lebensmittel das Risiko für Nährstoffdefizite erhöht, hält die DGE eine rein pflanzliche Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im gesamten Kindesalter für nicht geeignet, um eine adäquate Nährstoffverstorgung und die Gesundheit des Kindes sicherzustellen."

Große renommierte ernährungswissenschaftliche und kindermedizinische Fachgesellschaften sind da ganz anderer Meinung, wie die Amerikanische Gesellschaft für Ernährung (Academy of Nutrition and Diatetics, früher American Dietetic Association, ADA), die Kanadische Gesellschaft für Ernährung (Dietitians of Canada, DC, Verband der kanadischen Ernährungswissenschaftler) und die weltweit größte Vereinigung von Kinderärzten American Academy of Pediatrics (AAP).

In einem 2003 gemeinsamen Positionspapier der Amerikanischen Gesellschaft für Ernährung (Academy of Nutrition and Diatetics, früher ADA, American Dietetic Association) und die Kanadische Gesellschaft für Ernährung (Dietitians of Canada, DC, Verband der kanadischen Ernährungswissenschaftler) wird auf die gesundheitlichen Vorteile der veganen Ernährung hingewiesen: "Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschliesslich Schwangerschaft, Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Adoleszenz."

2009 bestärkte die Amerikanische Gesellschaft für Ernährung (Academy of Nutrition and Diatetics, früher ADA, American Dietetic Association) nochmal die ihre Forschungsergebnisse zur veganen Ernährung, in dem man zu dem Schluß kommt, dass eine vegane Ernährung gesund und nahrhaft für Erwachsene, Kinder, Kleinkinder und Heranwachsende sind und auch chronische Krankheiten wie Herzerkrankungen, Krebs, Übergewicht und Diabetes vorbeugen und behandeln helfen kann.

Die weitweit größte Vereinigung von Kinderärzten, die American Academy of Pediatrics (AAP) schloss sich der Schlußfolgerung an.

Die Ärztekommission PCRM (The Physicians' Committee for Responsible Medicine, Ärztekommission für verantwortungsbewusste Medizin) empfiehlt die vegane Ernährung als die gesündeste Ernährung.

Studien, die Risiken des Verzehr von Milch und Fleisch belegen, füllen ganze Bände.

Nachweislich stammen 92 Prozent aller Giftstoffe in Nahrungsmittel aus Tierprodukten. Am höchsten belastet sind Milchprodukte, aus denen nach Untersuchung des Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) mittlerweile 54 Prozent aller Giftstoffe in Nahrungsmittel stammen. 35 Prozent der Giftstoffe stammen aus Fleisch und Fisch. Nur 8 Prozent aller Giftstoffe stammen aus pflanzlichen Nahrungsmittel.

Lesen Sie auch:
Die unseriösen Machenschaften der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
→ https://www.provegan.info/de/infothek/aktuelles/die-unserioesen-machenschaften-der-deutschen-gesellschaft-fuer-ernaehrung-dge-nachgewiesen-am/

Lobbyorganisationen der Milch- und Fleischindustrie in der DGE

Schaut man sich nur einmal die DGE Mitglieder und DGE Beiräte an, wird schnell klar, wohin die Reise führt und wer den Ton angibt. Rund 120 Wirtschaftsverbände und Unternehmen sind Mitglied.

DGE-Sektion Niedersachsen:
→ http://www.dge-niedersachsen.de/wir_ueber_uns/wir_sub_3.htm
Mitglied im Beirat: z.B.
Deutscher Fleischer-Verband, Martin Heinzig
Fleischerverband Niedersachsen-Bremen
Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen e. V.
Landwirtschaftskammer Hannover
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

DGE-Sektion Hessen
→ http://www.dge-hessen.de/no_cache/sektion-hessen/beirat.html?sword_list[0]=beirat
Mitglied im Beirat:
Landesvereinigung für Milch und Milcherzeugnisse Hessen e. V.
Arbeitsgemeinschaft Ernährungsindustrie Hessen
Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
LandFrauenVerband Hessen e. V.
Marketinggesellschaft GUTES AUS HESSEN e. V. (Marketing für Landwirtschaft und Ernährung)

DGE-Sektion Baden-Württemberg
→ http://www.dge-bw.de/index.php?pageid=4
Mitglied im Beirat:
Verbände der Ernährungsindustrie BW
Einzelhandelsverband Baden-Württemberg e. V.
Im Vorstand: Hans-Walter Janitz, Verbände der Ernährungsindustrie BW

DGE-Sektion Thüringen
veranstaltet Milchpartys, finanziert durch die Landesvereinigung Thüringer Milch e. V.
http://www.dge-thueringen.de/projekte/milchparty/milchparty.html
Mitglieder im DGE-Arbeitskreis:
http://www.dge-thueringen.de/dge-arbeitskreis-/dge-arbeitskreis-ernaehrungseziehung-bildung.html
Landesvereinigung Thüringer Milch
Humana Milchindustrie GmbH
Mitglied im Beirat:
http://www.dge-thueringen.de/oeffentlichkeitsarbeit/oeffentlichkeitsarbeit.html
Landesinnungsverband des Fleischerhandwerkes Thüringen e. V.
Interessenverband der Milcherzeugerbetriebe e. V.
Landesinnungsverbände der Ernährungswirtschaft
Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz

DGE-Sektion Mecklenburg-Vorpommern
→ http://www.dge-mv.de/Beirat.php
Mitglied im Beirat:
Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e. V.
Fraktion der CDU im Landtag M-V
Fraktion der SPD im Landtag M-V
DEHOGA Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e. V.)
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V

DGE-Sektion Schleswig-Holstein
→ http://www.dge-sh.de/beirat.html
Mitglied im Beirat:
Max Rubner-Institut Standort Kiel = Bundesanstalt für Milchforschung

Millionen Euro Steuergelder für die DGE

Nach eigenen Angaben betrug der Haushalt der DGE mit den Sektionen und Projekten 2017 ca. 8.12 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt zu drei Vierteln aus öffentlichen Mitteln von Bund und Ländern.

Quelle:
&rarr: https://www.dge.de/wir-ueber-uns/die-dge/

Fleisch, Milch und Eier so schädlich wie Rauchen

Die Studie von Forschern des Longevity Institute an der University of Southern California kam 2014 zu dem Ergebnis, dass tierische Eiweiß-Diäten genauso schädlich seien wie regelmäßiges Rauchen.

Menschen, die zuviel Fleisch, Eier und Milchprodukte essen, sterben vier Mal häufiger an Krebs oder Diabetes als Menschen, die sich ausgewogen ernähren,

Die Studie findet sich in der Fachzeitschrift Cell Metabolism (www.cell.com).

Pflanzliche Eiweiße aus Bohnen und Hülsenfrüchte seien jederzeit unbedenklich.

Milch, Wurst und Fleisch gesundheitsschädlich

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte 2017 vor dem Verkehr von verarbeiteten und unverarbeitetem Fleisch. Dem Verzehr von verarbeitetem Fleisch werden geschätzten 34.000 Krebstote zugeschrieben. Unverarbeitetes rohes Fleisch (Muskelfleisch von Rind, Schwein, Schaf, Pferd oder Ziege) stufte die WHO in die Gruppe 2 A ein ("wahrscheinlich krebserregend"). Verarbeites Fleisch in Kategorie 1 ("Krebserregend beim Menschen").

Informieren Sie sich auch über Giftstoffe in der tierischen Milch.

FAZIT

Wenn Sie noch zu den Fleischfressern oder Vegetariern gehöhren, sollten Sie sich informieren, welchen Risiken Sie sich mit dieser Ernährung aussetzen. Die Zukunft ist vegan.

—el—