September 21, 2019

Vollstreckung nach Nazi Recht, Boni trotz Verluste, Kontoführungsgebühren für Geringverdiener und selbst Hartz IV Empfänger. Wir zeigen die schlimmsten Banken!

Sparda-Bank: Keine Annahme von Bargeld mehr

Die "Bild"-Zeitung berichtete (09.01.2017) von der Sparda-Bank Hannover, das sie bald keine Münzen mehr annimmt. Eine Banksprecherin bestätigte auf BILD-Anfrage: In 23 der 25 Filialen der Sparda-Bank können Kunden seit kurzem keine Münzen mehr abgeben und erhalten auch keine mehr. Nach Angabe der Bank, spiele Münzgeld für ihre 220.000 Privatkunden "eine immer kleinere Rolle". Im ganzen Jahr 2016 seien lediglich ein Prozent der Einzahlungen Münzen gewesen. Die neuen Einzahlungsautomaten nehmen Rund um die Uhr Geldscheine an, aber keine Münzen.

Sparkasse Köln/Bonn & Volksbank Berlin: Gebühren für Münzannahme

Viele andere Banken zocken schon bei der Münzannahme ab: Sparkasse Köln/Bonn (3 Euro), Volksbank Berlin (5,5 Prozent des Betrages).

Italien schafft 1- und 2-Cent-Münzen ab

Italien schaffte zum 1. Januar 2018 die Prägung von 1- und 2-Cent-Münzen ab. Das entschied die zuständige Bilanzkommission. Die Preise für Waren und Dienstleistungen werden nun auf den nächsten 5-Cent-Betrag gerundet. Eine der Hauptgründe waren die hohen Herstellungskosten im Vergleich zum Materialwert und die Unhandlichkeit der kleineren Münzen. Dieser Schritt wird in mehreren Euro-Ländern diskutiert und auch die Mehrheit der Deutschen sprechen sich dafür aus.

Netbank: Abzocke mit Geldabhebung

Die "Bild"-Zeitung (29.01.2018) berichtet, das die Netbank ihre Kunden über Geldabhebungen abzockt: Bis drei Euro! Lediglich eine Abhebung pro Monat ist kostenfrei.

Hintergrund ist die einseitige Auflösung des bisherigen Kartensystems der Direktbank. Die Netbank hat im vergangenen Herbst die Girocard abgeschafft. Den 65.000 Kunden steht seitdem nur noch die kostenlose "Mastercard Debit" zur Verfügung.

Die Praxis aber zeigt, das rund 38 Prozent der Girokontobesitzer mindestens einmal pro Woche und weitere 27 Prozent alle zwei Wochen Bargeld am Automaten abheben.

Volks- und Raiffeisenbanken: Höhere Gebühren, weniger Filialen

Ende 2017 stimmte Ralf W. Barkey, Präsident des Genossenschaftsverbandes die Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken auf weniger Service und höhere Gebühren ein: "Von der Kostenlos-Mentalität müssen wir uns verabschieden. Wir brauchen mehr individuelle Preismodelle je nach Leistungsbedarf.".

Landessparkasse Oldenburg (LzO) vollstreckt nach Nazi Recht ohne Richter

Der Vogel der die Landessparkasse Oldenburg (LzO) ab: Sie vollstreckt nach Nazi-Recht von 1933, legal und ohne Richter. Die ganze Meldung → hier.

Volksbank Reutlingen und 17 weitere Banken: Negativzinsen für Altkunden

Das Landgericht Tübingen (Az.: 4 O 187/17) stoppte Ende Januar 2018 die Praxis der Volksbank Reutlingen und weiteren 17 Banken, die ihre Kunden mit schon bestehenden Konten nachträglich Negativzinsen abzocken wollten. Das Gericht entschied: Bei bereits abgeschlossenen Einlagegeschäften könne die Bank nicht einseitig nachträglich eine Entgeltpflicht einführen. Die Klauseln des Preisaushangs seien somit unwirksam.

Allerdings sind Negativzinsen für Kleinsparer bei neu angelegten Konten zulässig. Sie dürfen ganz legal Zinsen auf Sparguthaben verlangen und nicht wie andere Banken, die dem Kunden Zinsen bezahlen, wenn Sie bei ihnen Geld auf ihr Sparkonto einbezahlen.

Diese Banken verlangten Mitte Dezember 2017 Strafzinsen, auch teilweise von Privatkunden: Kreissparkasse Köln, Kreissparkasse Osterholz, Raiffeisenbank Gmund, Raiffeisenbank Naabtal, Raiffeisenbank Mölln, Skatbank, Sparda-Bank Berlin, Stadtsparkasse Solingen, Volksbank Bautzen, Volksbank Baden-Baden, Volksbank Eisenberg, Volksbank Elmshorn, Volksbank Ermstal-Alb, Volksbank Hamburg, Volksbank Norderstedt, Volksbank Osnabrück, Volksbank Stendal, Volksbank Solingen-Remscheid, Volksbanken- und Raiffeisenbanken Niederschlesien und Mittelsachsen.

Die Banken wollten damit auf die lange Niedrigzinsphase reagieren: Banken müssen auf Geldeinlagen, die sie bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken, Strafzinsen von 0,4 Prozent zahlen. Grundgedanke war eigentlich, das die Banken billigere Kredite vergeben und sich nicht selbst daran bereichern.

Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung für Sparkassen-Chef Fahrenschon

Im November 2017 wurde gegen den früheren CSU-Finanzminister und aktuellem Sparkassen-Chef Georg Fahrenschon Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung erlassen.

Hintergrund sei die verspätete Abgabe seiner Steuererklärung von 2012 bis 2014, die er erst 2016 eingereicht hatte: "das ist ein Versäumnis, das ich sehr bedaure" erklärt er. Den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, er habe Steuern hinterziehen wollen, wies er zurück und akzeptierte den Strafbefehl nicht. Nun muss ein Gericht entscheiden.

Sparkasse Soest kassiert für Klicks im Online-Banking

Im Dezember 2016 meldeten Zeitungen, das die Sparkasse Soest Gebühren für Klicks im Online-Banking kassieren. Nach einem Bericht des "Soester Anzeigers" hat die Bank von einem Teil ihrer Online-Kunden "Klick-Gebühren" von einem auf zwei Cent erhöht.

Schon das bloße Anklicken der Seite würde technische Prozesse im Hintergrund auslösen und Kosten verursachen, hieß es zur Begründung. Ein Sprecher des Instituts wollte dies nicht weiter kommentieren.

Kassiert werden fü,r Online-Klicks von allen Kunden, die statt 5 Euro die preisgünstigere Kontoführungspauschale von 3,50 Euro gewählt haben.

Träger der Sparkassen sind Kommunen und Länder

Träger öffentlichrechtlicher Sparkassen sind kommunale Gebietskörperschaften, wie Städte, Gemeinden oder Landkreise oder ein kommunaler Sparkassenzweckverband als Zusammenschluss mehrerer Gebietskörperschaften. Oftmals deutet bereits der Name auf den kommunalen Träger hin, z. B. Stadtsparkasse, Kreissparkasse oder Bezirkssparkasse. Im Falle des kommunalen Zweckverbands handelt es sich dann um eine Verbandssparkasse. Manchmal lässt sich der Träger aus ihrem Namen jedoch nicht ablesen wie bei der Kreissparkasse Köln, die eigentlich eine Zweckverbandssparkasse ist, zumal es einen Landkreis Köln nicht mehr gibt.

Deutsche Bank: 500 Millionen Verlust, 9.000 Stellen gestrichen, 1 Milliarde Boni

Deutsche Bank, Boni, Bosse, Nimmersatt, Gierig, Banken, EZB, Steuerzahler, Gebühren

Die Deutsche Bank machte das das dritte Jahr in Folge Verluste (02.02.2018), die Aktie stürzte um mehr als sechs Prozent. Doch Konzernchef John Cryan verteidigt die umstrittene Boni-Erhöhungen.

2015 machte die Deutsche Bank ein Verlust von 6,8 Milliarden Euro, 2016 noch 1,4 Milliarden Euro Verlust und 2017 noch 0,5 Milliarden Euro Verlust ‐ zusammen mehr als 8,5 Milliarden Euro in drei Jahren.

Cryan: "Wir haben versprochen, in unsere bestehenden Mitarbeiter zu investieren. Es soll die Leute anspornen und motivieren." Kommendes Jahr (2018) sei eine ähnliche Boni-Höhe aber nur bei entsprechendem Geschäftserfolg zu rechtfertigen.

Nach Berichten zahlte die Deutsche Bank im Vorjahr 546 Millionen Euro an Boni aus, davor waren es 2,4 Milliarden Euro. Dieses Jahr werden es wohl über 1 Milliarde Euro sein. Cryan dazu: "Ich fange an, den Job zu genießen".

Hintergrund Deutsche Bank

Die Deutsche Bank AG ist nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl das größte Kreditinstitut Deutschlands. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Frankfurt am Main mit Niederlassungen in London, New York City, Singapur, Hongkong und Sydney.

Zu dem Konzern gehören Unternehmen wie die Deutsche Postbank (Aktienmehrheit seit 2010) oder auch Sal. Oppenheim (2009).

Trotz Nierigzins Abzocke bei Dispo-Kredite

Erst müssen Banken mit einem Rettungsfond am Leben gehalten werden, dann wurde das größte Konjunkturprogramm der Nachkriegsgeschichte verabschiedet. Alles finanziert mit Steuergeldern, um die Wirtschaft anzukurbeln.

In Zeiten, wo sich Banken fast umsonst Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) leihen können (max. 1 Prozent), ist es einfach nur Abzocke, wenn Banken beim Dispo abzocken!

Die Stiftung Warentest empfiehlt Kunden, Konten bei Banken mit hohen Zinsen zu kündigen. Am schlimmsten zocken Citibank und die Santander consumer Bank ab: Beide Banken verangen fast 17 Prozent Gebühren, das sind 16 Prozent über dem EZB-Leitzins.

Die schlimmsten Abzocker Banken sind (02/2018):
Hypovereinsbank: Zinsen für Dispokredit: 10,70 %, über den Dispo: 15,70 %
BBBank: Zinsen für Dispokredit: 11,50 %, über den Dispo: 15,50 %
Wüstenrot Bank: Zinsen für Dispokredit: 11,75 %, über den Dispo: 15,75 %
Norisbank: Zinsen für Dispokredit: 12,00 %, über den Dispo: 16,50 %
SEB: Zinsen für Dispokredit: 12,55 %, über den Dispo: 17,55 %
Deutsche Bank: Zinsen für Dispokredit: 12,75 %, über den Dispo: 17,75 %
Dresdner Bank (Commerzbank): Zinsen für Dispokredit: 13,24 %, über den Dispo: 18,74 %
Postbank (Deutsche Bank): Zinsen für Dispokredit: 13,50 %, über den Dispo: 17,50 %
Santander Consumer Bank: Zinsen für Dispokredit: bis 16,98 %, über den Dispo: bis 16,98 %
Citibank: Zinsen für Dispokredit: 16,99 %, über den Dispo: 16,99 %

Banken verheimlichen gerne Gebühren

Ein Onlinevergleich von Girokonten ist nicht ganz einfach, denn viele Banken verstecken ihre Gebühren im einem wahren Gebühren-Dschungel. Eine Übersicht über alle Kontogebühren finden sich bei den wenigsten Banken. 2017 hat die Europäische Bankenaufsicht EBA angekündigt, eine europaweite Regelung zu fällen, um Bankkunden vor unliebsamen Gebühren-Überraschungen zu schützen.

Auch Sparkassen und Volksbanken verheimlichen Gebühren und veröffentlichen nicht alle Preise und Gebühren im Internet. Es grenzt schon an Betrug. Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) gesteht: "Es gibt Banken, die den besten Weg darin sehen, ihre Kunden in der Filiale zu informieren.". Man gehe davon aus, dass sich die Institute an die gesetzlichen Verpflichtungen halte. Ähnlich argumentierte auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband.

Versteckte Gebühren sind vielfältig: Von Kontoführungsgebühren, Kosten für geduldete Überziehung und darüber, Kosten für Bankkarte, EC Karte oder Kreditkarten, Kosten für Kontoauszüge, Onlinebanking und vieles mehr. Manche Banken zocken richtig ab: Ein Sparkassenkunde berichtet uns, das er für einen Ausdruck mit Stempel 150 Euro zahlen musste!

20 EURO FÜR KONTOAUSZUG DUPLIKAT

Die BILD berichtete am 31.08.2018 von einer Studie der Verbraucherzentrale NRW, bei denen zehn Geldinstitute unter die Lupe genommen wurden ‐ mit erschreckendem Ergebnis.

Nur vier der zehn befragten Banken belassen die Auszüge ohne Zeitbegrenzung im elektronischen Briefkasten. Die Sparda West und Commerzbank speichern sie zehn Jahre und die ING-DiBa nur drei Jahre.

Die drei Banken Postbank, Santander Bank und Targobank löschen die Online Kontoauszühe schon nach zwölf bzw. dreizehn Monaten.

Teuer wird es, wenn Kunden ein Duplikat eines Kontoauszugs anfordern: die Commerzbank langt mit 15 Euro zu, wenn der gesuchte Kontoauszug nicht mehr im System greifbar und älter als 18 Monate ist. Die Stichprobe der Verbraucherzentrale bei der Santander ergaben Kosten zwischen fünf und elf Euro (nach nur 60 Tagen), weitere 30 Tage sogar bis zu 20 Euro! Die Bank hat auf inzwischen reagiert und verlangt nunmehr nur noch zwei Euro für ein Duplikat, wenn es in die Online Postbox eingestellt wird.

Strafzinsen für Geld auf Girokonten

Die BILD berichtet im August 2018 über die Hamburger Sparkasse, die von von Kunden mit mehr als 500.000 Euro auf dem Konto Strafzinsen von 0,4 Prozent verlangt.

60 Milliarden Euro Steuergelder für Bankenrettung

Die Rettung der Banken mit Steuergelder in der Finanzkrise 2008 war nach Ansicht des Bundesfinanzministers Olaf Scholz (SPD) ohne Alternative. In der FAZ schreibt er im September 2018, das die damalige Bundesregierung vor der Herausforderung gestanden habe, "einen kompletten Zusammenbruch der deutschen Finanzwirtschaft zu verhindern". "Allein den Bund dürfte die Stabilisierung des Finanzsektors bislang etwas mehr als 30 Milliarden Euro gekostet haben. Ähnlich hoch dürfte der Anteil der Länder sein."

Gerichte stoppen gierige Banken

Der Bundesgerichtshof (BGH) stoppte das Kassieren für Barabhebungen oder Bareinzahlungen. Gestattet werden Gebühren auf Einzahlungen auf ein fremdes Konto (BGH Urteil Az.: XI ZR 80/93).

Der BGH erlaubte auch Banken neben Grundgebühren auch noch Gebühren für Buchungsposten zu kassieren. Mindestens fünf Buchungen (Einzahlungen und Auszahlungen auf das eigene Konto) müssen kostenlos sein. Abhebungen am Automaten kö,nnen als kostenpflichtiger Buchungsposten gezählt werden. (BGH Urteil Az. XI ZR 217/95).

—mo—